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Bauphasen: Die Untersuchung des Baugrundes

Avatar of Markus KretzlerMarkus Kretzler - 28. März 2022 - Bau

Die Arbeiten am Ostbayernring verlaufen in verschiedenen Bauphasen: Von Baugrunduntersuchungen im Vorfeld der Bauarbeiten über die Montage der Masten bis zum abschließenden Rückbau der Bestandstrasse. In diesen Phasen sind unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Einsatzgebieten auf den schon vorhandenen und zukünftigen Baustellen unterwegs. In einer mehrteiligen Blogreihe wollen wir Sie in den kommenden Wochen über die unterschiedlichen Bauphasen des Ostbayernrings informieren. Wir starten die Serie mit der ersten "Phase". Es handelt sich dabei um Vorarbeiten: Die sogenannten Baugrunduntersuchungen. Bei diesen wird der Boden der Maststandorte genau überprüft, um einen umweltverträglichen Bau der neuen Trasse garantieren zu können. Johannes Reichel, der für die Baugrunduntersuchungen zuständige Teilprojektleiter, hat uns dazu einige Fragen beantwortet.

Was versteht man unter einer Baugrunduntersuchungen?

Baugrunduntersuchungen sind Erkundungen der Bodenverhältnisse. Entlang der Trasse des Ostbayerrings haben wir sehr verschiedene Böden mit unterschiedlichen Zusammensetzungen, beispielsweise an Sand, Kies, Lehm oder Festgestein. Damit haben die Böden an den verschiedenen Maststandorten auch sehr unterschiedliche Eigenschaften. Mit den Baugrunduntersuchungen wird die Beschaffenheit und Zusammensetzung des Bodens anhand verschiedener Untersuchungsverfahren ermittelt. Dabei erfassen wir beispielsweise die Tragfähigkeit des Bodens oder erlangen Aufschlüsse über möglicherweise vorhandenes Grundwasser. Mit den Baugrunduntersuchung analysieren wir diese Bodenverhältnisse im Detail und halten sie in einem Bodengutachten fest.

Was ist der Zweck von Baugrunduntersuchungen?

Indem wir die genaue Zusammensetzung und Beschaffenheit des Baugrunds ermitteln, können wir im Anschluss verlässlich zeigen, wie das Fundament der Masten konzipiert werden muss. Um an den unterschiedlichen Standorten eine optimale Standsicherheit der Masten garantieren zu können, müssen wir die Eigenschaften des Bodens dort genau kennen. Denn je nach Aufbau des Baugrundes, der Charakteristik der einzelnen Schichten und des Grundwasserstands ist die Tragfähigkeit des Bodens unterschiedlich. Nach genauer Analyse der Bodenverhältnisse, können wir festlegen, wie die Gründung des Maststandortes erfolgen kann. Weisen Böden bereits in geringer Tiefe eine ausreichende Tragfähigkeit auf, können beispielsweise Flachgründungen wie Plattenfundamente oder Stufenfundament vorgesehen werden. Ist der Boden erst in höherer Tiefe tragfähig oder der Grundwasserspiegel sehr nahe an der Geländeoberkante, werden Tiefgründungen wie Bohrpfahlgründungen oder Rammpfahlgründungen präferiert.

Wieso ist eine Baugrunduntersuchung so relevant?

Neben dem Festlegen der geeigneten Mastgründungsarten können auf Basis der Baugrunduntersuchungen auch Erkenntnisse über die Grundwasserverhältnisse erlangt werden. Wenn der Grundwasserspiegel an einem Standort nahe an der Geländeoberkante ist, kann es bei der Gründung dazu kommen, dass Wasser in die Baugrube eindringt. Wenn wir die Grundwasserverhältnisse vor Ort kennen, können wir rechtzeitig sogenannte Wasserhaltungsmaßnahmen vorsehen. Diese sorgen dann dafür, dass die Baugrube trocken bleibt und die Bauarbeiten nicht durch eindringendes Wasser beeinträchtigt werden.

Wie verliefen die Baugrunduntersuchungen beim Ostbayernring?

Vom Büro aus planen wir im Wesentlichen den Ablauf der Baugrunduntersuchungen. Hierzu zählen unter anderem die Verständigung der Eigentümer und Nutzungsberechtigten, Ortsübliche Bekanntmachungen, Koordination der Ingenieurbüros sowie die Sichtung der Baugrundgutachten. Die Baugrunduntersuchungen selbst werden durch entsprechende Fachfirmen bzw. Ingenieurbüros durchgeführt. Die beauftragten Fachfirmen fahren die geplanten Maststandorte unter Zuhilfenahme von georeferenzierten Koordinaten an und führen dort die Probebohrungen durch. Die Probebohrungen werden in der Regel mit einem kleinen Kettenfahrzeug durchgeführt. Hierbei werden einerseits Bohrungen veranlasst und entsprechende Bodenproben entnommen. Andererseits werden Sondierungen durchgeführt, die indirekte Aufschlüsse über die Bodenbeschaffenheit geben. Die Bodenproben werden von den Fachfirmen an ein Labor übergeben, wo diese analysiert und standortweise gutachterliche Berichte über die jeweiligen geotechnischen, physikalischen und chemischen Bodeneigenschaften erstellt werden.

Wie werden die Eigentümer oder Pächter der betroffenen Grundstücke informiert?

Mindestens 14 Tage bevor wir mir den Untersuchungen beginnen, kündigen wir die Maßnahme in den betroffenen Kommunen, Städten und Gemeinden ortsüblich an. Die Grundstückseigentümer und deren Nutzungsberechtigte informieren wir außerdem durch eine schriftliche Ankündigung der Arbeiten. Unmittelbar vor Beginn der Arbeiten nimmt dann die von uns mit den Bohrungen beauftragte Fachfirma nochmals Kontakt mit den Eigentümern auf. Durch diese Vorgehensweise kann beispielsweise auch noch kurzfristig Rücksicht auf geplante Erntearbeiten genommen werden.

Was gibt es Besonderes bei einer Baugrunduntersuchung zu beachten?

Die Verständigung und Kommunikation mit Eigentümern und den Nutzungsberechtigten ist besonders wichtig. Wir wollen diese mit ins Boot holen. Zwar werden die Baugrunduntersuchungen nur kleinräumig durchgeführt und es kommt selten zu nennenswerten Flurschäden, dennoch ist es bei entsprechend schlechten Witterungsbedingungen nicht ausgeschlossen. Sollten Schäden entstehen, gilt es, diese zusammen mit dem Nutzungsberechtigten entsprechend zu regulieren.

Werden aktuell noch Baugrunduntersuchungen durchgeführt?

Der Großteil der Untersuchungen für den Ostbayernring ist inzwischen abgeschlossen. An einzelnen Standorten, beispielsweise in Waldgebieten oder an Standorten, an denen wir aufgrund von anstehendem Grundwasser, oder der ermittelten Bodencharakteristik tiefer bohren müssen, laufen die Untersuchungen derzeit noch. Insbesondere im Planungsabschnitt Mechlenreuth-Etzenricht können jedoch noch ergänzende Baugrunduntersuchungen in Folge von Deckblattänderungen erforderlich werden.

Im zweiten Teil der Serie über die Bauphasen des neuen Ostbayernrings informieren wie Sie über die Vorbereitungen, die vor den eigentlichen Bauarbeiten notwendig sind.

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