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Willkommen auf unserem Blog zum Projekt Ostbayernring. Wir freuen uns, mit Ihnen hier in Dialog zu treten und über Themen rund um das Projekt und den Netzausbau zu diskutieren. Unsere Autoren aus dem Projekt und anderen TenneT-Abteilungen sowie die Gastbeiträge aus der Fachwelt geben Ihnen Einblicke in die vielfältige Themenwelt der Energiewende.

Freileitungsmonitoring beim Ostbayernring

Avatar of Markus KretzlerMarkus Kretzler - 12. August 2021 - Neues zum Ostbayernring

 

Das "NOVA-Prinzip" ist in den Diskussionen rund um die Energiewende mittlerweile in aller Munde. "NOVA" bedeutet: Netzoptimierung vor Verstärkung vor Ausbau. Es gilt also, das bestehende Stromnetz zuallererst bestmöglich auszunutzen. Eine sehr effektive Methode zur Netzoptimierung ist dabei das sogenannte Freileitungsmonitoring. Was es damit auf sich hat und welche Rolle es beim bestehenden und neuen Ostbayernring spielt, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Worum geht es genau beim Freileitungsmonitoring?

Unter Freileitungsmonitoring versteht man den witterungsabhängigen Betrieb von Freileitungen. Dadurch können insbesondere in windreichen und kalten Jahreszeiten höhere Übertragungskapazitäten realisiert werden. Angesichts der großen Mengen an Windstrom, die aus dem Norden Deutschlands in die Verbrauchszentren im Süden und Westen transportiert werden müssen, kann Freileitungsmonitoring einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Energiewende liefern. TenneT war übrigens der erste Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland, der Freileitungsmonitoring zur Netzoptimierung eingesetzt hat. Im Jahr 2018 wurden schon über 4.000 Freileitungskilometer des TenneT-Netzes in Deutschland witterungsabhängig betrieben. Dabei wird die maximal mögliche Auslastung von Freileitungen abhängig vom aktuellen Wetter in Echtzeit ermittelt. Die maximal zulässige Betriebstemperatur der Leiterseile sowie der Mindestabstand zum Boden werden dabei stets eingehalten – durch die dynamische Belastbarkeit der Netze kann das Freileitungsmonitoring Übertragungsengpässe lösen und dadurch letztlich auch Kosten für Verbraucherinnen und Verbraucher reduzieren. 

Strombelastbarkeit von Freileitungen

Zwei Einflussgrößen sind beim Freileitungsmonitoring besonders relevant: Die Leitertemperatur und der Bodenabstand. Beide hängen unmittelbar miteinander zusammen, denn je höher die Betriebstemperatur ist, desto größer ist der Durchhang der Leiterseile infolge der Wärmeausdehnung. Aus diesem Grund wird darauf geachtet, eine Betriebstemperatur oberhalb von 80 Grad Celsius zu vermeiden. Hier kommt nun die Umgebungstemperatur ins Spiel, denn je kühler das Wetter, desto höher die Strombelastbarkeit der Leitung. Auch die Windstärke muss dabei berücksichtigt werden. Beispielsweise kann eine bestehende Leitung bei einer Umgebungstemperatur von -fünf Grad Celsius im Winter mit Hilfe des Freileitungsmonitorings um bis zu 80 Prozent höher ausgelastet werden als ohne den Einsatz des Freileitungsmonitorings. Je wärmer es wird, desto geringer wird das Potenzial des Freileitungsmonitorings – bei einer Umgebungstemperatur von 25 Grad Celsius im Sommer ermöglicht das Freileitungsmonitoring nur noch eine rund zehn Prozent höhere Belastbarkeit der Leitungen. Man sieht also recht deutlich: Eine kontinuierliche Analyse der aktuellen Wetterverhältnisse lohnt sich, um die bestehenden Stromleitungen optimal auszunutzen!

Chancen und Grenzen des Freileitungsmonitorings für den Ostbayernring

Beim Ostbayernring wird das Freileitungsmonitoring entlang der gesamten Leitung bei allen bestehenden 380kV-Stromkreisen eingesetzt. Die Potentiale des Freileitungsmonitorings werden damit bereits voll genutzt. Trotz alledem kommt der Ostbayernring aufgrund der zunehmenden Einspeisung von erneuerbaren Energien aus der Region schon heute regelmäßig an seine Kapazitätsgrenzen. Nach intensiver Prüfung einer Ertüchtigung der aktuellen Leitung nach dem NOVA-Prinzip wurde festgestellt, dass die erforderliche Steigerung der Übertragungskapazitäten nur durch einen Ersatzneubau möglich ist. Auch eine Neubeseilung ist aufgrund der aktuellen technischen Voraussetzungen und des Alters der Bestandsmasten nicht umsetzbar. Deshalb wurde der Bedarf eines Ersatzneubaus des Ostbayernrings gesetzlich festgestellt. Der neue Ostbayernring wird seinen Aufgaben auch in der Zukunft gewachsen sein!

Interaktive Anwendung: Freileitungsmonitoring selbstgemacht!

Haben Sie Interesse, mehr über die Potentiale des Freileitungsmonitorings zu erfahren? Dann empfehlen wir Ihnen den Besuch unserer interaktiven Anwendung, in der Sie selbst am Wetter drehen können, um die Auswirkungen auf die Übertragungskapazitäten von Stromnetzen besser zu verstehen. Außerdem finden Sie auf der Seite weitere Informationen rund ums Freileitungsmonitoring. Schauen Sie gerne vorbei unter: https://www.tennet.eu/de/unsere-kernaufgaben/innovationen/freileitungsmonitoring/

 

Zu allen weiteren Themen rund um den Ostbayernring informieren wir Sie regelmäßig auf diesem Blog. Wir freuen uns auch in Zukunft wieder auf Ihren Besuch!

 

Ihr Team Ostbayernring

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