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Wie der Ostbayernring zu seinem Namen kam

Avatar of Ina-Isabelle HaffkeIna-Isabelle Haffke - 08. Dezember 2017 - Neues zum Ostbayernring

Wie der Ostbayernring zu seinem Namen kam

Ein Blick auf den Verlauf des Ostbayernrings bringt uns schnell zur Frage: Warum soll es sich hierbei um einen „Ring“ handeln? Die Strecke von Redwitz nach Schwandorf ähnelt eher einem Halbkreis – wie also kam die Bezeichnung zustande?

Um das zu verstehen, müssen wir in der Geschichte des bayerischen Stromnetzausbaus ein paar Jahrzehnte zurückgehen. Denn der Ostbayernring ist Teil des bayerischen Höchstspannungsnetzes, das seinen Beginn in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat. Damals nahm die Bayernwerk AG ihre 110-kV-Leitungen in Betrieb. Kurz darauf folgte der Anschluss an das deutsche 220-kV-Netz. Nach weiteren Netzkonfigurationen entstand in den sechziger Jahren ein überlagertes 380-kV-Ringnetz mit Verbundanschlüssen nach Hessen und Baden-Württemberg.

Ringnetze werden so genannt, weil sie von einer oder mehreren Stellen aus gespeist werden. Die Versorgung der einzelnen Verbraucher erfolgt in Form einer Ringleitung: Ein Verbraucher kann also von zwei Seiten über den Ring versorgt werden. Bei einem technischen Defekt kann der Ring um die Fehlerstelle herum geöffnet werden, womit die Verbraucher abseits der Fehlerstelle weiter versorgt werden können. Der Vorteil ist eine erhöhte Versorgungssicherheit.

Der letzte Abschnitt des bayerischen Ringnetzes wurde im Dezember 1991 mit dem Neubau der 380-kV-Leitung von Grafenrheinfeld bis Redwitz und der 380-kV-Systemergänzung von Redwitz bis Etzenricht geschlossen. Damit ist die Erklärung für den Namensursprung geliefert: Denn bei diesem Schlussabschnitt handelt es sich um den heutigen Ostbayernring, der ein wesentlicher Teil des umfassenden Ringnetzes ist.

Aufgabenschwerpunkte des Leitungsnetzes, dem der Ostbayernring angehört, sind zum einen die Bildung einer Netzreserve durch den Ring, um die Regionalversorgung zu verbessern und zu stabilisieren. Zum anderen geht es um den Verbundbetrieb über Kuppelleitungen in die europäischen Nachbarländer. Insbesondere die Verbindung nach Tschechien durch die Gleichstromnetzkupplung Etzenricht-Hradec sollte hierbei ein wichtiger Baustein sein. Diese wurde  aufgrund des vollzogenen Synchronschlusses zwischen deutschem und tschechischem Netz bereits 1995 wieder stillgelegt. Die Bedeutung des Ostbayernrings als zentraler Baustein des regionalen Stromnetzes in Oberfranken und der Oberpfalz besteht weiterhin.

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